Russland: Denkmäler für alle russischen Patriarchen geplant

Neben der Christus-Erlöser-Kathedrale in Moskau sollen bis Ende 2019 Denkmäler aller Patriarchen der Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) errichtet werden, darunter auch des aktuellen Patriarchen Kirill. Die ersten drei Monumente wurden bereits am 25. November 2017 anlässlich des Jubiläums der Wiedererrichtung des Patriarchenamts am 4. Dezember 1917 aufgestellt. Die ca. zwei Meter hohen Bronzestatuen stellen den ersten russischen Patriarchen Iov, Hermogenus sowie Tichon, der 1917 zum ersten russischen Patriarchen nach der sog. Synodalphase (1721–1917) gewählt worden war, dar. Sie stehen auf hohen Sockeln, an denen Tafeln mit Texten über das Leben des jeweiligen Patriarchen angebracht sind.

Das Moskauer Bürgermeisteramt bestätigte am 6. Dezember 2017, dass 13 weitere Statuen folgen sollen. Im Dokument heißt es, MKSM, die größte Baumaterialfirma Moskaus, werde die Kosten von rund 50 Mio. Rubel (ca. 735‘000 Euro) übernehmen. Für den Unterhalt werde danach die Präfektur des Zentralen Stadtkreises sorgen. Der Vorsitzende des MKSM-Direktoriums hatte die Idee zur Patriarchengalerie vor sieben Jahren vorgebracht, 2016 wurde sie von der städtischen Duma angenommen. Die bereits errichteten Denkmäler wurden nicht nur vom MKSM, sondern auch mit privaten Spenden von russisch-orthodoxen Gläubigen aus dem Ausland finanziert. Das Projekt hat den Segen Patriarch Kirills.

Aleksandr Volkov, Sprecher des Moskauer Patriarchats, wies darauf hin, dass die geplante Kirill-Statue nicht als Denkmal für diesen persönlich verstanden werden dürfe. Vielmehr gehe es um eine „ganzheitliche historische Konzeption“, bei der alle Vorsteher der ROK in ihrer Funktion als „einheitliche historische Erscheinung“ dargestellt würden. Volkov hält das Projekt für eine „wunderbare und nützliche Initiative“.

Die Statuen sollen alle aus Bronze und ca. vier Meter hoch sein. Gestaltet werden sie vom russischen Künstler Salavat Schtscherbakov, der auch das Vladimirdenkmal in Moskau geschaffen hat. Es ist geplant, die übrigen 13 Denkmäler bereits vor Ablauf der ursprünglichen Frist aufzustellen. Bis im Sommer 2018, auf das 100-Jahr-Jubiläum des Endes des Landeskonzils, sollen alle 16 Statuen stehen.

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