Türkei: Bartholomaios weiht berühmte Friedhofskirche in Istanbul neu

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hat eine der bedeutendsten orthodoxen Kirchen der Gründerzeit in Konstantinopel nach umfassender Restaurierung neu geweiht: Es handelt sich um die Verklärung-Kirche-Christi ("Metamorphosis") auf dem Sisli-Friedhof. Der 1859 angelegte Sisli-Friedhof ist der größte griechisch-orthodoxe Friedhof außerhalb Griechenlands. Mehr als 85.000 griechisch-orthodoxe Christen haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Auf dem Friedhof befinden sich die Grabstätten zahlreicher bedeutender orthodoxer Politiker, Wissenschaftler und Industrieller, die in den letzten Jahrzehnten des Osmanischen Reiches vor der Machtergreifung der pantürkisch-islamistischen Kreise eine große Rolle gespielt haben.

Patriarch Bartholomaios I. sagte bei der Göttlichen Liturgie - die er in Konzelebration mit 15 Bischöfen feierte -, dass sich die Seelen der in Sisli begrabenen Verstorbenen "in Erwartung der Auferstehung" freuen, wie die Stiftung "Pro Oriente" mitteilte.

Der Friedhof in Sisli wurde ab der Machtergreifung des jungtürkischen "Komitees für Einheit und Fortschritt" (Ittihad ve Terakki) in den Jahren 1908 bzw. 1913 immer wieder Ziel von Angriffen und Schändungen. Besonders dramatisch waren die Verwüstungen im September 1955 während des antigriechischen Pogroms, das unter den Augen der Istanbuler Polizei stattfand: Kreuze und Statuen wurden zu Boden gerissen, Gräber und Gruften wurden geöffnet und die sterblichen Hüllen der dort Begrabenen verstreut.

Die Friedhofskirche in Sisli wurde 1888 errichtet. Mit der Restaurierung wurde vor vier Jahren begonnen. An den Arbeiten waren Spezialisten aus der Türkei und aus Griechenland beteiligt. Der Status des Friedhofs war bis vor kurzem "unklar" - wie bei vielen anderen christlichen Einrichtungen in der bis 1914 zu mehr als 50 Prozent christlichen Bosporus-Metropole. Bis heute finden aber auf dem Friedhof Beerdigungen von christlichen Einwohnern Istanbuls statt, nicht nur griechischer, sondern auch bulgarischer, russischer, serbischer und syrischer Herkunft. (Quelle: Katholische Nachrichtenagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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