Slowakei: Christliches Theaterfestival verzeichnet Zuschauerrekord

Einen neuen Zuschauerrekord verzeichnete das diesjährige gesamtslowakische Festival christlichen Theaters in Gorazdov Močenok. Militärbischof František Rábek, der in der Slowakischen Bischofskonferenz auch für kulturelle Angelegenheiten zuständig ist und geboren wurde, feierte am vergangenen Sonntag einen Festgottesdienst zum Abschluss des einwöchigen Festivals, das heuer zum 25. Mal stattgefunden hat. Begonnen hatte die Großveranstaltung mit einem Gottesdienst in Nitra. Da das Interesse an religiösen und kirchlichen Themen offenbar gegeben ist - u.a. steht in Nitra seit bald einem Jahr das Musical "Beruf Papst" über den heiligen Johannes Paul II. auf dem Programm des Landesheaters -, ist auch für die nächsten Jahre die Fortsetzung des Festivals gesichert.

Wie Festival-Juryleiter Matej Mosko berichtete, sei die Qualität der neun zum Wettbewerb angetretenen Ensembles diesmal so hoch gewesen, dass man sich schwergetan habe einen Sieger zu ermitteln. Schließlich ging der erste Preis für die erfolgreichste Darbietung ein weiteres Mal an das Tanztheater "Atak" aus Bratislava mit seiner Produktion "Ich würde gern fliegen" über das Vermächtnis der seliggesprochenen Ordensschwester und Märtyrerin Zdenka Selingová (1916-1955).

Den zweiten Preis errang das Kinderensemble "Lächeln" aus Badín, jenen für die beste Schauspielerin Monika Gernerova. Außer Konkurrenz präsentierte sich das "Teatro Colorato" mit seinem Stück "Arche Noah oder Vergiss nicht auf den Elefanten".

Während in der Slowakei alljährlich mehrere Gospelfestivals stattfinden, ist der Event in Močenok der einzige, der der darstellenden Kunst gewidmet ist. So wie das Festival für christliche Literatur Gorazdov literárny Prešov und das stärker national ausgerichtete Festival Gorazdovo výtvarné Námestovo für bildende Kunst beruft sich das Festival in Močenok auf die Tradition des heiligen Gorazd. Er war ein Schüler der Glaubensboten Cyrill und Method. Gorazd war maßgeblich an den ersten Übersetzungen vor allem der Bibel in die altslawische Sprache beteiligt und gilt als erster bekannter slawischer Literat und Schriftsteller auf dem Gebiet der heutigen Slowakei.

Das Festival umfasst auch eine Theaterwerkstatt, Ausstellungen von Werken bildender Künstler und Fotografen sowie von Briefmarken. Roman Urbanik, der sozialdemokratische Bürgermeister des Orts an der slowakisch-ungarischen Sprachgrenze, unterstrich, dass das Festival mittlerweile fester Bestandteil der lokalen Identität sei. Es sei für Gläubige wie Nichtgläubige von großer Bedeutung. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)