Slowakei: Trauer um emeritierten Weihbischof Vrablec

In der Slowakei wird am kommenden Donnerstag der verstorbene frühere Weihbischof der Erzdiözese Trnava, Štefan Vrablec, beigesetzt. Das feierliche Requiem (10 Uhr) im Dom zu Trnava leitet der Erzbischof von Bratislava und Vorsitzende der Slowakischen Bischofskonferenz, Stanislav Zvolenský. Für 16 Uhr ist die Seelenmesse und anschließende Beisetzung in Závod, dem Geburtsort von Vrablec im Hinterland (Zahorie) von Bratislava, angesetzt. Vrablec, der von 1998 bis 2004 als Weihbischof in der bis 2008 bestehenden Hauptstadt-Erzdiözese Bratislava-Trnava amtierte, war am vergangenen Freitag im 93. Lebensjahr gestorben.

Štefan Vrablec war nach Absolvierung des Gymnasiums in Trnava dem Vorbild seines Bruders Jozef (1914-2003) gefolgt und schlug die priesterliche Laufbahn ein. Jozef wurde später ein bedeutender Homiletiker sowie Generalvikar in Nitra. Štefan wurde Ende 1945 zum Weiterstudium an die Päpstliche Lateran-Universität entsandt und 1950 in Rom zum Priester geweiht. Sein Studium schloss er 1951 mit einer Dissertation über die "missionarische Mitarbeit der katholischen Laien" ab.

Wegen der Machtergreifung der Kommunisten konnte der junge Priester nicht mehr in seine Heimat zurückkehren und bekleidete in Italien mehrere Posten vom Kaplan bis zum Spiritual an den Seminaren in Chieti und Assisi. 1967 wurde Vrablec Verlagsredakteur am Cyrill-und-Method-Institut in Rom, 1992 übernahm er dessen Leitung.

Sein größter Einsatz galt der Durchsetzung der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) in den Exilgemeinden wie in der Heimat. An der Formulierung und Approbierung der liturgischen Texte in slowakischer Sprache war er maßgeblich beteiligt. Beim Festgottesdienst zu seinem 90. Geburtstag im Jahr 2005 erinnerte Vrablec selbst an sein Wirken in Rom, das die - damals verbotene - Übermittlung religiöser Literatur in die Heimat mit einschloss. Als ihm die Empfängerin eines Buches in einem Brief dafür gedankt habe, dass er ihr "die Hoffnung wiedergegeben" habe, sei dies für ihn "der schönste Lohn" gewesen, sagte er.

1998 ernannte Papst Johannes Paul II. (1978-2005) den damals bereits 73-jährigen Vrablec zum Weihbischof der Erzdiözese Bratislava-Trnava. 2004 trat Vrablec in den Ruhestand und wohnte zunächst im Erzbischöflichen Ordinariat in Trnava. Später übersiedelte er nach Nitra in das Kloster der Vinzentinerinnen, in dem er jetzt auch verstarb.

Vrablec Übersiedlung nach Nitra war auch einer der "Aufreger" in der Causa um den 2012 von Rom abgesetzten Erzbischof von Trnava, Róbert Bezák. So hatte der Präfekt der römischen Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, Bezák vor seiner Absetzung u.a. offiziell dazu befragt, ob es dessen persönliche Entscheidung gewesen sei, dass die beiden emeritierten Auxiliarbischöfe Dominik Tóth und Štefan Vrablec nach Nitra übersiedelt seien und dass diese "Hausverbot für Kurie und Kathedrale in Trnava" erhalten hätten. Bezák antwortete, er habe "nicht gewusst, wie er den beiden Bischöfen eine ihrem Alter entsprechende Gesundheits- und Körperpflege hätte bieten können". Vrablec, dessen zwei Schwestern Vinzentinerinnen waren, sei in deren Heim in Nitra voll versorgt worden und mit dieser Lösung auch einverstanden gewesen. So wie Bischof Tóth habe er "nach wie vor Zutritt in die Räumlichkeiten der Kurie und die Kathedrale in Trnava". (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)