Slowakei: Neue Plattform "Savore" vernetzt Roma und Slowaken

Nirgendwo in der ehemaligen Tschechoslowakei gibt es so viele Roma wie in der Ostslowakei - und so startet die Kirche genau dort ein neues Projekt mit und für Roma: Unter dem Ehrenschutz des griechisch-katholischen Metropoliten Ján Babjak und von Landeshauptmann Milan Majerský ist im ostslowakischen Prešov eine informelle Plattform von Roma und Slowaken namens "Savore" gegründet worden, die sich in den Roma-Gemeinden in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen engagieren. "Savore" ist das Roma-Wort für "alle", besteht aber zugleich aus den Anfangsbuchstaben der slowakischen Wörter für Zusammenarbeit, Engagement, Vision, Kompetenz, Entwicklung und Evangelisation.

In seinen Begrüßungsworten erklärte Erzbischof Babjak vor den mehr als 100 Teilnehmern, niemand habe noch vor wenigen Jahren "von einer solchen Aktivität geträumt, wie sie sich jetzt entfaltet". Gott habe jedoch "an die Roma gedacht", er berufe in die Missionsarbeit unter ihnen etliche Helfer und setze so "sein Werk in Gang". Eine seriöse Roma-Mission müsse jedoch "Schritt für Schritt mit der Schaffung von Arbeitsplätzen, Kindererziehung und Verbesserung der hygienischen Bedingungen" verbunden sein, so das Oberhaupt der rund 210'000 Katholiken des byzantinischen Ritus in der Slowakei, die am kommenden Wochenende den zehnjährigen Bestand ihrer neuen kirchlichen Strukturen feiern.

"Savore"-Koordinator Robert Neupauer erläuterte, dass in der Slowakei tausende Menschen in der Roma-Thematik engagiert seien, die dies als eine Berufung ansehen. Für andere handle es sich bloß um einen Arbeitsplatz und nicht wenige seien von ihrem Engagement "erschöpft, weil sie keine Früchte ihrer Arbeit sehen oder den institutionellen Rahmenbedingungen ihres Einsatzes frustriert sind". Die Plattform "Savore" wolle diesen Menschen unter die Arme greifen mit ihrer "Vision, den Werten und der Schaffung unterstützender Beziehungen".

Von politischer Seite betonte Peter Krajňák, Staatssekretär im slowakischen Unterrichtsministerium, dass "Savore" in Kooperation mit der Region Prešov und den Gemeinden ein "guter Sauerteig in der Region" sein könne. Milan Majerský, seit 1. Dezember 2017 Landeshauptmann des Kreises Prešov und Stellvertretender Vorsitzender der Christdemokatischen Bewegung (KDH), kündigte an, auch auf politischer Ebene eine Kanzlei für die Roma-Problematik zu errichten, "die nicht nur imaginäre Strategien entwickelt, sondern auch konkrete Schritte anbietet". Das Zusammenleben der Volksgruppe, die in dem nordöstlichen Region der Slowakei ein Fünftel der Bevölkerung ausmacht, mit der Mehrheitsbevölkerung stelle ein "heißes Thema" dar. Viele Ausländer kämen in die Slowakei, um hier zu arbeiten, den Roma aber biete man diese Arbeitsplätze erst gar nicht an. (Quellle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)