Ungarn: Auch in Ungarn herzeigbare Flüchtlingsintegrations-Orte

Die Jesuiten in Ungarn und das Budapester katholische Schulzentrum Patrona Hungariae haben bei einer Pressekonferenz für die Integration und Aufnahme einer größeren Zahl von Flüchtlingen in den Bildungseinrichtungen ihres Landes geworben. Ungarn ist zwar heute insgesamt wenig für Willkommenskultur bekannt, doch gibt es dennoch auch eine Reihe von herzeigbaren Modellen. Pater Szabolcs Sajgó SJ wies bei der Pressekonferenz auf zwei Schwerpunkte in der diesjährigen Tätigkeit des Ordens hin, so die katholische Presseagentur "Magyar Kurír". Außer dem Gedenkjahr 500 Jahre Reformation stehe die Aufnahme und Integration der Flüchtlingskinder im Mittelpunkt. Der Orden will Mittelschulen und Gymnasien für das Thema sensibilisieren.

Rita Rubovszky, Direktorin des katholischen Schulzentrums Patrona Hungariae, dankte dem Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS), von dem das Bildungszentrum die notwendige Unterstützung erhalte. Aktuell lernten sechs Flüchtlingskinder in der Schule. Die Probleme seien jeweils dieselben; die Integration erfolge auf verschiedenen Gebieten. Die Schulleiterin berichtete, dass viele ungarische Familien guten Willen spüren ließen, womit man eigentlich nicht gerechnet habe. Sie habe zu Beginn des Schuljahres die Eltern über die Einschulung von Flüchtlingskindern informiert. Die Eltern böten seitdem Hilfe an, wo sie könnten. So habe man Wohnungen von Migranten in Zusammenarbeit mit Eltern eingerichtet, und Kinder würden zu Ferienprogrammen eingeladen. Ungarische Schüler leisteten ihren Kameraden zudem Hilfe beim Ungarischunterricht, so Rubovszky.

Die Vertreterin des JRS Emese Kvari wies darauf hin, dass Integration ein Lernprozess auch für die Bildungseinrichtungen sei. Dabei lohne es sich, Erfahrungen anderer Länder zu übernehmen und sie anzuwenden. Man wolle auch andere Schulen zur Mitwirkung ermutigen. Erfahrungen sollten deshalb gebündelt und anderen weiter gegeben werden. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)