Lettland: Orthodoxes Weihnachtsfest wird kein offizieller Feiertag

Die Kommission für Menschenrechte und gesellschaftliche Fragen der Saeima (das lettische Parlament) hat einen Gesetzesvorschlag, das orthodoxe Weihnachtsfest zu einem Feiertag zu machen, nicht unterstützt. Nachdem das Projekt drei Jahre im Parlament stecken geblieben war, beschäftigte sich die Kommission am 27. Februar 2018 auf Vorschlag der Abgeordneten der Partei Vienotiba (Einigkeit) endlich damit.

Das Gesetzesprojekt war im Dezember 2014 der Kommission zur Erörterung vorgelegt worden. Zuvor hatte das Parlament schon mehrmals analoge Vorschläge abgelehnt. So gab es in den letzten zehn Jahren mehrere Versuche, den offiziellen Status des orthodoxen Weihnachtsfestes zu ändern. 2003 legte zunächst die Parlamentsfraktion der Partei Latvijas Krievu savieniba (Lettlands Russische Union, bis 2014: Par cilveka tiesibam vienota Latvija, Für Menschenrechte im vereinten Lettland) den Vorschlag vor, das orthodoxe Weihnachtsfest zu einem Feiertag zu machen. 2006 ging der Vorschlag, die Liste von Feiertagen zu erweitern, fünf Mal ein. Dabei ging die Initiative mehr als einmal vom „Zentrum der Einigkeit“ aus. Den Status eines offiziellen Feier- und Festtags erhielt Weihnachten trotzdem nicht.

In Lettland leben bei einer Bevölkerung von knapp zwei Millionen rund 400‘000 Orthodoxe und Altgläubige. Die Initianten des Gesetzesprojekts wiesen darauf hin, dass die Anerkennung des 7. Januar als Feiertag sich positiv auf die Integration der Gesellschaft und das Verhältnis der Orthodoxen zu den staatlichen Behörden auswirken würde. (Quelle: www.blagovest-info.ru, 27. Februar 2018)