Kroatien: Papst will keine Spaltungen durch Stepinac-Heiligsprechung

Der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hat bei seinem Kroatienbesuch kein genaues Datum für die Heiligsprechung des kroatischen Kardinals Alojzije Stepinac verkündet. Dieser war das dominierende Thema seiner dreitägigen Visite vom 29. bis 31. Oktober, praktisch alle seine kroatischen Gesprächspartner sprachen es an. Parolin erklärte, es sei der Wunsch des Papstes, dass die Frage der Heiligsprechung nicht zu weiteren Spaltungen zwischen Kroaten und Serben führe. Trotzdem bleibe das Heiligsprechungsverfahren eine „innere Angelegenheit der katholischen Kirche“.

Der Kardinalstaatssekretär lobte die Arbeit der gemeinsamen Dialogkommission der Serbischen Orthodoxen Kirche und der Kroatischen Bischofskonferenz zur Klärung der historischen Rolle von Stepinac, obwohl sie zu keiner Einigung gekommen war. Trotzdem habe die Frage der Kanonisierung zu einem „Weg des gemeinsamen Dialogs und Verständnisses“ beigetragen. Die von Papst Franziskus initiierte gemeinsame Kommission hatte von Juli 2016 bis Juli 2017 versucht, die historische Rolle von Kardinal Stepinac aufzuarbeiten. In ihrem Abschlusskommuniqué erklärte sie, zu keiner gemeinsamen Interpretation gekommen zu sein.

Bei einem Treffen mit kroatischen Bischöfen dankte Parolin Kardinal Josip Bozanić und Bischof Antun Škvorčević für ihre Mitarbeit in der gemeinsamen Kommission. Das sei „eine Geste von großem ökumenischem Wert gegenüber unseren orthodoxen Brüdern“ gewesen. Zugleich ermahnte Parolin bei seinem Besuch die Einwohner Kroatiens zu interreligiöser Offenheit und Zusammenarbeit. Bei seiner Ansprache in der Vatikanbotschaft in Zagreb warnte er vor Vorurteilen, Unverständnis und Unkenntnis der eigenen und anderer Religionen, denn Ignoranz sei oft der Grund für Streit und Spaltung gewesen. Gleichzeitig lobte er die lange Koexistenz lateinischer, byzantinischer und islamischer Kultur auf dem Balkan. (mit Material von Kathpress)

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