Kosovo: Generalvikar: "Gewalt schafft nur neue Wunden"

Der katholische Generalvikar für den Kosovo, Lush Gjergij, hat die Ermordung des kosovarischen Serbenführers Oliver Ivanović scharf verurteilt. "Gewalt ist nicht akzeptabel, unabhängig davon, von welcher Seite sie kommt", zitierte die italienische katholische Nachrichtenagentur SIR am Mittwoch aus einer Stellungnahme der Apostolischen Administratur Prizren. Das Attentat auf den Politiker sei durch nichts zu rechtfertigen, so Gjergij, die Hintergründe müssten rasch aufgeklärt werden: "Morde lösen nichts, sie schaffen nur neue Wunden."

Ivanović war am 16. Januar vor seinem Büro in Nord-Mitrovica aus einem fahrenden Auto heraus von bisher unbekannten Attentätern erschossen worden. Der kosovarische Politiker soll am 18. Januar in Belgrad beigesetzt werden. Am Tag des Attentats hätten in Brüssel von der EU angestoßene Normalisierungsgespräche zwischen Belgrad und Pristina nach einem Jahr Unterbrechung fortgesetzt werden sollen. Die serbische Regierungsdelegation reiste nach Bekanntwerden der Ermordung Ivanovićs ab.

Er bete dafür, dass die Spannungen zwischen Albanern und Serben im Kosovo ein Ende finden und die Menschen Gewalt und Hass ablehnen, betonte Generalvikar Gjergij in seiner Stellungnahme weiter. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Belgrad und Prishtina die unterbrochenen Gespräche wieder aufnehmen werden. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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