Bulgarien: Sprecher der Bischöfe Europas diskutieren über Zukunft Europas

An ihrem jährlichen Treffen haben die Pressebeauftragten und Pressesprecher der katholischen Bischofskonferenzen Europas über den Einsatz neuer Medien, den Kampf gegen Kindesmissbrauch und die Zukunft Europas gesprochen. Auf Einladung des Vorsitzenden der interrituellen Bulgarischen Bischofskonferenz, Bischof Christo Projkow des Apostolischen Exarchats von Sofia, fand die Tagung vom 7. bis 10. Juni 2017 in Sofia statt. 45 Teilnehmer aus 25 Ländern Europas lernten dabei das wichtige kulturelle und christliche Erbe des Landes näher kennen und schätzen, wie es in der Pressemitteilung des Tagungsorganisators CCEE (Consilium Conferentiarum Episcoporum Europae/Rat der Europäischen Bischofskonferenzen) heißt.

Anlässlich des zehnten Jahrestags des EU-Beitritts Bulgariens und der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch das südosteuropäische ab Januar 2018 waren die gegenwärtige Situation und die Herausforderungen der EU ein wesentliches Thema der Tagung. Olivier Poquillon, Generalsekretär der EU-Bischofskommission ComECE, hob dabei die Leidenschaft der Kirche für die EU als Friedens- und Entwicklungsprojekt hervor. In dieser Ansicht wurde er von Paolo Rudelli, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls beim Europarat, unterstützt. Die vielen Herausforderungen, die heute nicht nur den Zusammenhalt, sondern das europäische Projekt selbst gefährdeten, verlangten jedoch, dass sich die europäischen Einrichtungen erneut engagieren und ihre Arbeitsweise im Lichte der großen Ideale überdenken.

Zudem diskutierten die bischöflichen die Pressebeauftragten und Pressesprecher die technologischen Entwicklungen im Bereich Kommunikation und Nutzung sozialer Medien. Dabei kam auch das Engagement der Kirche im Kampf gegen jede Form von Kindesmissbrauch im Internet zur Sprache. Im Pressekommuniqué wird festgehalten, dass die digitale Kultur mit ihrer Förderung der „kollektiven Intelligenz“ (Crowdsourcing), eine korrekte Interpretation der Synodalität begünstigt. Dieser Ansatz versuche, durch Beteiligung einer immer größeren Anzahl an Personen, die über die gleichen Fragen, die gleichen Gegebenheiten, die gleichen Probleme nachdenken, die größtmögliche Anzahl an Lösungen zu finden, ohne jedoch den Anspruch zu haben „eine gemeinsame Entscheidung“ treffen zu müssen. Diese neuen technologischen Möglichkeiten erforderten jedoch, „dass Kirche und Gesellschaft im Allgemeinen mit größerer Aufmerksamkeit im Dienste der menschlichen Person, ihres Wohles und ihrer Wahrheit stehen“. Auch um den Gedanken der christlichen Berufung zu kommunizieren, könne die Kirche weder auf die sozialen Netzwerke noch auf die Kultur der bildlichen Darstellung verzichten, heißt weiter. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress: www.kathpress.at)

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