Griechenland: Ökumenischer Dialog in Identitätskrise

Athen (KNA) Auf der Herbstsession von Griechenlands orthodoxer Bischofskonferenz (Hierarchia), die vom 3. bis 6. Oktober am Sitz des Athener Erzbischofs stattfand, hat Metropolit Chrysostomos Savvatos von Messenien eine Bilanz des seit 1981 geführten orthodox-katholischen Glaubensgesprächs gezogen. Im Besonderen referierte er über die letzte Sitzung des Koordinationskomitees dieses Dialogs vom 5. bis 9. September auf der griechischen Insel Leros. Er hatte daran als Vertreter von Griechenlands Orthodoxie teilgenommen und berichtete seinen Amtsbrüdern von einer "Ausweglosigkeit", die eine Neubewertung des Fortgangs des Dialogs notwendig mache. Ungeachtet echter theologischer Fortschritte leide das Glaubensgespräch von Orthodoxen und Katholiken unter seiner wiederholten Überlagerung durch kirchenpolitische Störaktionen.

Dazu gehöre regelmäßiges Hochspielen des Themas der heute mit Rom "unierten" früheren Orthodoxen aus Effekthascherei ohne den nötigen ekklesiologischen Tiefgang. Dieser vom Moskauer Patriarchat betriebenen Taktik werde von römisch-katholischer Seite nicht der gebotene Widerstand entgegengesetzt. Auf Leros habe sich gezeigt, in welche Identitätskrise der Dialog geraten ist. Er drohe nun in ebenso end- wie aussichtslosen Diskussionen zu versickern.

Dieser amtliche Bericht des griechischen Kirchenvertreters bringt mehr Klarheit in die unterschiedlichen Beurteilungen der letzten Session des Koordinationskomitees für den orthodox-katholischen Dialog.

Chrysostomos Savvatos von Messenien mit Sitz in Kalamata kommt aus der Schule des verdienten Ökumenikers Metropolit Chrysostomos Zaphiris von Peristeri. In dessen Athener Vorortdiözese hat Savvatos auch zwischen 1988 und 1995 als Domprediger gewirkt. Seine theologische Ausbildung erhielt er in Athen, an der römischen Gregoriana und in Straßburg. Seit 2001 ist der Metropolit von Messenien auch Extraordinarius für Dogmatik an der Universität Athen. (Quelle: © 2016 KNA. Alle Rechte vorbehalten.)

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