Russland: Papst und Putin zufrieden mit bilateralem Verhältnis

In einem „herzlichen Gespräch“ haben der russische Präsident Vladimir Putin und Papst Franziskus die Entwicklung der bilateralen Beziehungen zwischen Russland und dem Vatikan positiv bewertet. Künftig werden diese durch die Zusammenarbeit des vatikanischen Kinderkrankenhauses „Bambino Gesù“ mit russischen Kinderspitälern verstärkt. Eine entsprechende Vereinbarung wurde anlässlich von Putins Besuch im Vatikan am 4. Juli unterzeichnet. Am Treffen wurden außerdem Fragen bezüglich des „Lebens der katholischen Kirche in Russland“ sowie Ökologie und verschiedene aktuelle internationale Angelegenheiten, insbesondere Syrien, die Ukraine und Venezuela besprochen.

Bei einer Pressekonferenz mit dem italienischen Regierungschef Giuseppe Conte lobte Putin das Gespräch mit Franziskus und betonte, es sei wichtig, dass Russland und der Vatikan übereinstimmende Positionen zu traditionellen Werten und zur Förderung des interreligiösen Dialogs vertreten. Als „wichtig und nützlich“ bezeichnete die Russische Orthodoxe Kirche (ROK) das Treffen und verwies dabei auf „ähnliche Positionen“ Russlands und des Vatikans in einer Reihe von weltpolitischen Fragen. Beide würden die Unterstützung traditioneller Werte von Ehe und Familie sowie den Schutz der Rechte von Christen, dort, wo sie verfolgt würden, als wichtig erachten. Allerdings betonte die ROK den „weltlichen Charakter“ des Treffens, doch sie begrüße alle Kontakte zwischen Staatsoberhäuptern und Regierungen.

Eine allfällige Russlandreise des Papstes sei nicht Thema des Gesprächs gewesen, informierte Putins Sprecher Dmitrij Peskov. Schon im Vorfeld hatte ein Berater Putins klar gemacht, dass eine Einladung des Papstes nicht auf dem Programm stehe. Einem Papstbesuch steht die ROK ablehnend gegenüber, da die Bedingungen momentan nicht erfüllt seien. Der Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Metropolit Ilarion, plädierte in einem Interview im Juni für ein langsames Vorgehen, weil zahlreiche Bischöfe, Geistliche und Gläubige in Russland noch nicht bereit seien, den Papst zu empfangen. (Mit Material von Kathpress)

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