Ukraine: Griechisch-katholische Bischöfe treffen Papst

Großerzbischof Svjatoslav (Schevtschuk) von Kiew glaubt, dass die Erfüllung einiger Wünsche seiner Kirche nach dem Treffen mit Papst Franziskus in Rom näher gerückt ist. Beim zweitätigen Treffen des Hl. Synods der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche (UGKK) mit dem Papst am 5. und 6. Juli seien keine „fertigen Entscheidungen“ verabschiedet worden, sondern hätten „Erforschungen, Analysen und Überlegungen weiterer Schritte“ im Zentrum gestanden. Nun erwarte er aber in nächster Zeit Resultate dieser Überlegungen.

Ein Wunsch ist ein Besuch des Papstes in der Ukraine. Bei dem Treffen widerholten die Bischöfe die schon früher öffentlich ausgesprochene Einladung in informellem Rahmen. Ein anderer Wunsch ist die Seligsprechung von Metropolit Andrej Scheptyzkyj, die ebenfalls angesprochen wurde. Das Thema der Erhebung der UGKK in den Rang eines Patriarchats wurde im Zusammenhang mit der ökumenischen Ausrichtung der UGKK besprochen. Das Patriarchat sei eine „Daseinsform, nicht eine Belohnung“, erklärte Großerzbischof Svjatoslav. Diese würde die „Effektivität und pastorale Arbeit“ der UGKK verbessern und so zu ihrem Fortschritt beitragen. Angesichts der starken Emigration und der Notwendigkeit, die Ukrainer im Ausland seelsorgerisch zu unterstützen, brauche die UGKK neue Strukturen, so der Großerzbischof.

In einem Interview betonte Svjatoslav zudem die ökumenische Ausrichtung seiner Kirche, sie suche jede Möglichkeit zur Zusammenarbeit. Das vom Hl. Synod der UGKK erarbeitete Dokument „Missio Oecumenica“ habe der Vorsitzende des Päpstlichen Rats für die Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, positiv bewertet. Es sei ein Beleg dafür, dass die UGKK nicht ein Stolperstein, sondern ein Katalysator der Ökumene sei.

Mit seiner Einladung wollte Papst Franziskus seine Nähe zur UGKK ausdrücken, heißt es im Kommuniqué des Pressebüros des Vatikans. Als wichtige Themen nannte es Seelsorge, Evangelisierung, Ökumene, die besondere Aufgabe der UGKK in der heutigen Situation, insbesondere angesichts des Konflikts in der Ostukraine, sowie ihre Arbeit in verschiedenen Ländern. In seiner Ansprache verwies Papst Franziskus darauf, dass die Hauptaufgabe der Kirche die christliche Hoffnung sei, gerade in der schwierigen Konfliktsituation, in der sich die Ukraine befinde. Zudem betonte er den Stellenwert der Synodalität, die der UGKK sehr vertraut sei. Zentral dafür seien das Zuhören, die gemeinsame Verantwortung und das gemeinsame Handeln.

Wenige Tage nach dem Treffen gründete Franziskus ein Apostolisches Exarchat für die ukrainischen Gläubigen in Italien. Vorerst wird es von seinem Generalvikar für Rom, Kardinal Angelo De Donatis, geleitet werden. (Mit Material von Kathpress)

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