Serbien: Bischöfe kritisieren Vorgehen des Ökumenischen Patriarchats in der Ukraine

Die serbischen Bischöfe haben an ihrer Vollversammlung Anfang November die jüngsten Entscheidungen des Ökumenischen Patriarchats in Bezug auf die Frage der Autokephalie für die Ukraine kritisiert. Mit Bedauern stelle die Versammlung fest, dass das Patriarchat von Konstantinopel eine „kanonisch unbegründete Entscheidung“ getroffen habe. Die SOK betrachte diese als „nicht verbindlich“ für sich, heißt es in ihrem Kommuniqué. Die Serbische Orthodoxe Kirche (SOK) und ihr Patriarch Irinej haben bereits mehrfach Kritik am Vorgehen Konstantinopels in der Ukraine-Frage geäußert.

Die Hl. Synode des Ökumenischen Patriarchats hatte am 11. Oktober entschieden, die Vorsteher der beiden bis anhin als schismatisch angesehenen orthodoxen Kirchen in der Ukraine – die Ukrainische Orthodoxe Kirche-Kiewer Patriarchat (UOK–KP) und die Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche (UAOK) – zu rehabilitieren und die Kirchengemeinschaft mit ihnen und ihren Gläubigen und Geistlichen wiederherzustellen. Die Bischofsversammlung der SOK erklärte nun, sie erkenne die beiden Kirchenoberhäupter, Patriarch Filaret (Denisenko) von der UOK–KP und Metropolit Makarij (Maletytsch) von der UAOK, und ihre Anhänger nicht als orthodoxe Bischöfe und Geistliche an und könne folglich nicht mit ihnen in „liturgischer und kanonischer Gemeinschaft“ sein. An die Adresse Konstantinopels gerichtet schlugen die Bischöfe vor, die Autokephalie-Frage möglichst bald an einem panorthodoxen Konzil zu erörtern.

Bischof Irinej (Bulović) von Bačka ging in seiner Kritik noch weiter und zweifelte die Unabhängigkeit einer künftigen autokephalen ukrainischen orthodoxen Kirche an, da in ihre Gründung der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und andere Politiker involviert sind. Während des ganzen „skandalösen“ Prozesses sei die kanonische Ukrainische Orthodoxe Kirche–Moskauer Patriarchat (UOK–MP) „umgangen und ignoriert“ worden, obwohl sie die größte der orthodoxen Kirche in der Ukraine sei. Außerdem habe sie nie die Autokephalie angestrebt. Zudem wies er daraufhin, dass bisher keine einzige der orthodoxen Lokalkirchen das Vorgehen des Ökumenischen Patriarchats unterstütze.

Der Vorsteher der orthodoxen Kirche von Tschechien und der Slowakei, Metropolit Rastislav (Gont), hat ebenfalls zum wiederholten Mal der UOK–MP seine Solidarität zugesichert. Bei einem Besuch von Bischof Viktor (Kotsaba) von Baryschevka, dem Leiter der Vertretung der UOK–MP bei den europäischen Institutionen, in der Slowakei sagte der Metropolit, er sei „in Sorge um die brüderliche Ukrainische Orthodoxe Kirche, für die wir beten, die wir unterstützen und weiterhin unterstützen werden“. Er warnte davor, dass die staatliche und politische Einmischung in kirchliche Angelegenheiten nie zum Erfolg führe, weil es unmöglich sei, auch nur vorübergehend etwas Positives auf der Basis der Verletzung der Kanones zu erschaffen.

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