Weißrussland: Lukaschenko traf mit Patriarch Kirill zusammen

Vor der erstmaligen Sitzung des Heiligen Synods der russisch-orthodoxen Kirche in Minsk hat der Moskauer Patriarch Kirill Weißrussland einen Pastoralbesuch abgestattet. Laut örtlichen Medienberichten traf der Patriarch dabei am 15. Oktober 2018 auch mit dem weißrussischen Präsidenten Aleksander Lukaschenko zusammen. Dabei würdigte er die guten Bedingungen für das kirchliche Leben in Belarus und die positiven Beziehungen zwischen Staat und Kirche.

Vor dem Hintergrund des aktuellen Streits zwischen den Patriarchaten von Moskau und Konstantinopel über die Ukraine erklärte Lukaschenko vor den Mitgliedern des Heiligen Synods des Moskauer Patriarchats und des Heiligen Synods der autonomen orthodoxen Kirche von Belarus, im "friedlichen und ruhigen" Weißrussland gebe es keine Diskussion über ein "Schisma", das immer schlecht sei und "schlimme Konsequenzen" habe. "Wir tun alles, um unser Volk im orthodoxen Glauben zu stärken und die Einheit zu wahren", wurde der Staatschef zitiert.

Daher sei man in Weißrussland sehr sensibilisiert für die Vorgänge in der orthodoxen Welt in diesen Tagen. Man beobachte aufmerksam die Entwicklung in der Ukraine. Minsk werde weiterhin alles tun, was in seiner Macht stehe, um dem ukrainischen Land "bald" Frieden und Eintracht zu bringen.

Dass der Heilige Synod der russisch-orthodoxen Kirche erstmals in Minsk tage, sei ein Hinweis auf die kirchliche Wertschätzung der Bemühungen des weißrussischen Staates um Frieden und Eintracht, um den ökumenischen und interreligiösen Dialog und um die Unterstützung der konstruktiven Initiativen der Religionsgemeinschaften, betonte Lukaschenko weiter. Seit der Unabhängigkeit hätten Weißrussland und die orthodoxe Kirche im Land einen "langen und schwierigen Weg" zurückgelegt, um die spirituellen Grundlagen zu stärken und der Gesellschaft "moralische Lebensorientierung" zu geben. Ausdrücklich dankte der Präsident dem Moskauer Patriarchen für die Stärkung der spirituellen Beziehungen zwischen den "Brudervölkern von Belarus und Russland".

Am Sonntag hatte Kirill in Minsk die monumentale neue Allerheiligenkirche geweiht, in deren Krypta aller Opfer der Kriegsereignisse auf weißrussischem Boden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gedacht wird. Nach einem Gottesdienst in der Kirche legte er zudem am Siegesdenkmal im Zentrum von Minsk einen Kranz nieder. Die Hauptstadt Weißrusslands gehört zu den im Zweiten Weltkrieg am schwersten zerstörten Städten.

Der Moskauer Patriarch war am 13. Oktober in Minsk eingetroffen. Auf dem Flughafen wurde er vom Patriarchalexarchen für Belarus, Metropolit Pawel (Ponomarev), und dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Igor Petrischenko empfangen. Vor Journalisten sagte Kirill, er sei im Zeichen des 1030-Jahr-Jubiläums der Taufe der Rus' nach Weißrussland gekommen. Im Zusammenhang mit diesem "bemerkenswerten Datum" der gemeinsamen christlichen Geschichte sei der Beschluss gefasst worden, erstmals eine Sitzung des Heiligen Synods in Minsk abzuhalten. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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