Ukraine: Präsident bittet Kirchenleiter, für Covid-Impfung zu werben

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyj hat die drei Oberhäupter der größten Kirchen im Land aufgerufen, auf die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen über die Ostertage zu achten und sich bei den Gläubigen für eine Impfung einzusetzen. Bei dem Treffen mit Metropolit Epifanij von der Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU), Metropolit Onufrij (Berezovskij) von der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK) und Großerzbischof Svjatoslav (Schevtschuk) von der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche (UGKK) am 28. April betonte Zelenskyj, dass die dritte Welle der Infektionen in der Ukraine gerade abflache, und es ein erneutes Ansteigen über Ostern zu verhindern gelte.

Die Kirchenoberhäupter beteuerten, dass sie alles daransetzten, dass die Gottesdienste online zugänglich seien, die Menschen Abstand zueinander hielten und Masken trügen. Allerdings empfänden viele Menschen angesichts der Einschränkungen Müdigkeit, sogar Aggression und Verzweiflung, daher sei die spirituelle Sorge ebenfalls sehr wichtig. Zelenskyj bat die drei Kirchenleiter auch, den Gläubigen zu erklären, wie wichtig die Impfung im Kampf gegen Corona sei. Zur Impfung hat der Allukrainische Rat der Kirchen und Religionsorganisationen eine gemeinsame Position erarbeitet, wie die Kirchenvertreter erklärten. Im Kern heiße es darin, dass keine religiösen Gründe gegen eine Impfung sprechen. Dabei muss die Impfung sicher, zugänglich und freiwillig sein. Sie bedankten sich zudem, dass Geistliche gemeinsam mit Sozialarbeitern bereits in der zweiten Runde geimpft werden.

Thema bei dem Treffen war auch der Waffenstillstand in der Ostukraine. Zelenskyj verwies auf die laufenden Verhandlungen und bat die Kirchenoberhäupter, die Gläubigen überall in der Ukraine, insbesondere in den besetzten Gebieten der Ostukraine, zur Unterstützung des Waffenstillstands aufzurufen. In dieser Frage hat der Allukrainische Rat ebenfalls ein Statement veröffentlicht, in dem er zu einem Oster-Waffenstillstand aufruft. Dabei fordert er alle mit entsprechenden Kompetenzen auf, die Waffen niederzulegen. In einer Videobotschaft rief auch Metropolit Onufrij dazu auf, wenigstens zu Ostern eine Waffenruhe im Donbass einzuhalten. Zudem forderte er die Freilassung aller Gefangenen, damit diese Ostern mit ihren Familien feiern könnten.

Großerzbischof Svjatoslav rief die Gläubigen vor Ostern ausdrücklich auf, „Verantwortung zu zeigen“ und bei Anzeichen einer Erkrankung zuhause zu bleiben und online am Gottesdienst teilzunehmen. Alle Osterliturgien würden gestreamt, auch die Osterkörbe würden online gesegnet. Zudem bat er alle, sich an die jeweiligen Regeln der Behörden in den verschiedenen Regionen des Landes zu halten. Die Kirche tue alles, damit die Kirchen, Klöster und Gemeinden für die Gläubigen sicher seien. Diejenigen, die in der Kirche beten wollten, bat er, Masken zu tragen, Abstand zu halten und die Hände zu desinfizieren.

Laut einer Umfrage beabsichtigten 92 Prozent der Ukrainer*innen, Ostern in irgendeiner Form zu feiern. Fast 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung wollten dabei in die Kirche gehen. Die Nationalpolizei berichtete, über 742‘000 Bürger*innen hätten schließlich an Ostergottesdiensten teilgenommen. Diese seien friedlich verlaufen. Die meisten Gläubigen hätten sich bei der Segnung der Osterkörbe an die Regeln gehalten. (NÖK)

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