Kasachstan: Große Freude über Abschaffung der Todesstrafe

Seit dem 2. Januar ist in Kasachstan die Todesstrafe offiziell abgeschafft: Mit der von der Präsidentschaft der Republik verkündeten Ratifizierung des Zweiten Fakultativprotokolls zum Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, dem das zentralasiatische Land im vergangenen September beigetreten war, werden die seit 2003 verhängten Todesstrafen – die schon seit damals nicht mehr ausgeführt worden waren – in lebenslange Haftstrafen umgewandelt. Große Freude darüber äußerte die katholische Gemeinschaft Sant'Egidio, die den Weg des Staates zu diesem Ziel seit 2006 begleitet hatte.

Die nun „unumkehrbare“ und vollständige Beseitigung der Todesstrafe sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Achtung des Lebens, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinschaft. Sant'Egidio habe Kasachstan im Vorfeld bei verschiedenen internationalen Tagungen über Fragen des Justizsystems und des Friedens begleitet, wobei daran teils auch der Präsident der Republik, Kassym-Jomart Tokayev, teilgenommen habe. Weiterhin werde die Gemeinschaft „alle Initiativen Kasachstans begleiten, die das Leben unter allen Umständen und in jeder Situation schützen wollen“.

Wichtige Vorarbeit dafür habe jedoch auch Tamara Chikunova (72) mit ihrer Vereinigung „Mütter gegen Todesstrafe und Folter“ geleistet, heißt es weiter. Die Menschenrechtsaktivistin, deren Sohn 1999 fälschlicherweise des Mordes angeklagt und 2000 hingerichtet wurde, habe im zentralasiatischen Bereich der ehemaligen Sowjetunion fast zwanzig Jahre lang unermüdlich für die Abschaffung der Todesstrafe gekämpft und zunächst in Usbekistan ganz wesentlich zum Ende der Todesstrafe 2008 beigetragen. Dieses Ereignis habe auf die Nachbarländer ausgestrahlt und sogar in der Mongolei die Abschaffung der Todesstrafe bewirkt. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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