Polen: Gadecki wird Vertuschungsvorwürfe untersuchen

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Die vatikanische Bischofskongregation hat den Erzbischof Stanisław Gądecki von Poznań als zuständigen Metropoliten mit der Untersuchung der Vorwürfe von Missbrauchsvertuschung gegen den Bischof der polnischen Diözese Kalisz, Edward Janika, beauftragt. Das hat die Erzdiözese Poznań laut Nachrichtenagentur KAI mitgeteilt. In einem mit 26. Mai datierten Schreiben wird Gądecki demnach ermächtigt, eine Voruntersuchung gemäß dem Papsterlass „Vos estis lux mundi“ durchzuführen. Der seit dem Vorjahr geltenden Erlass regelt u.a. den Umgang mit diesbezüglichen Verdachtsfällen.

„Diese Entscheidung entspricht dem Wunsch von Papst Franziskus, Minderjährige zu beschützen und die Wahrheit über die Anschuldigungen herauszufinden“, schrieb Erzbischof Gądecki in seinem Statement. Die römische Bischofskongregation habe ihm zudem vorläufig die ausschließliche Zuständigkeit zur Untersuchung jedweder Missbrauchsvorwürfe gegen Geistliche der Diözese Kalisz übertragen, heißt es in der Erklärung Gądeckis, der auch Kinderschutzbeauftragter der Polnischen Bischofskonferenz ist.

Bischof Janiak wird in einem Mitte Mai auf der Videoplattform YouTube veröffentlichten Film „Das Versteckspiel“ beschuldigt, nichts gegen einen Priester unternommen zu haben, der Kinder sexuell missbraucht habe. Mit der mittlerweile millionenfach geklickten Dokumentation setzten der Filmemacher Tomasz Sekielski und sein Bruder ihre vielbeachtete Doku „Nur sag es niemandem“ über sexuellen Missbrauch in der Kirche fort. Diese hatte im Frühjahr 2019 in Polen landesweites Entsetzen ausgelöst.

Die Diözese Kalisz wies im Mai die im Film erhobenen Vorwürfe gegen den Ortsbischof zurück. Als die Staatsanwaltschaft der Diözese im Dezember 2018 den Beginn eines Verfahrens gegen einen Priester mitgeteilt habe, sei gegen diesen auch ein kirchliches Verfahren eingeleitet und die Glaubenskongregation des Vatikans unterrichtet worden. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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