Tschechien: Seelsorge im Gesundheitswesen klar geregelt

Vertreter der christlichen Kirchen haben eine wichtige Vereinbarung mit dem tschechischen Gesundheitsministerium unterzeichnet. Die Vereinbarung wurde nach zwölfjährigen Bemühungen zwischen dem Gesundheitsministerium, der tschechischen Bischofskonferenz (ČBK) und dem Ökumenischen Rat der Kirchen in der Tschechischen Republik (ERC) geschlossen. Diese stellt einen historisch bedeutenden Schritt dar, denn sie regelt erstmals den Rahmen, Konzepte und die Struktur für das Seelsorgeangebot im Gesundheitswesen.

„Seelsorge spielt eine äußerst wichtige und unersetzliche Rolle bei der Gesundheitsversorgung im Krankenhaus. Sie ist bei Weitem nicht nur für Schwerkranke oder Senioren gedacht, sondern auch für deren Familienangehörige und Hinterbliebene. Dabei muss man für die Inanspruchnahme nicht unbedingt gläubig sein. Viele Menschen haben in schwierigen Lebenssituationen das Bedürfnis, über ihre Probleme zu sprechen oder mit jemandem Vertrauenswürdigen darüber zu sprechen, warum es unheilbare Krankheiten gibt oder was mit uns nach dem Tod passiert“ erklärte Gesundheitsminister Adam Vojtěch und bedankte sich bei den Mitgliedern des Rates für Seelsorge im Gesundheitswesen für die Vorbereitung der dreiseitigen Vereinbarung.

Gemeinsam mit ihnen unterschrieben Dominik Duka für die ČBK und Daniel Ženatý und Petr Jan Vinš für den ERC. „In der Tschechischen Republik gibt es eine einzigartige Zusammenarbeit zwischen den Kirchen im seelsorgerlichen Bereich für Menschen in außergewöhnlichen Lebenslagen – in der Armee, im Krankenhaus oder bei einem Krankenhausaufenthalt. Krankenhausseelsorge findet auf ökumenischer Basis statt, sie soll alle begleiten, die dies wünschen, unabhängig von deren kirchlicher Zugehörigkeit“ sagte der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen Petr Jan Vinš.

Seelsorge im Krankenhaus kann ausschließlich von Kaplanen angeboten werden, d. h. von Menschen, die von der Kirche beauftragt und gemeinsam von ČBK und ERC entsandt worden sind. Die Vereinbarung legt Qualifikationsstandards für diejenigen fest, die diesen Dienst leisten. Neben einem abgeschlossenen Hochschulstudium muss der Seelsorgekandidat oder die Seelsorgekandidatin einen speziellen Kurs an einer theologischen Fakultät absolvieren.

Priester und Pastorinnen gingen schon seit langem in die Krankenhäuser. In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre bei der Errichtung von Hospizeinrichtungen erwies sich die Rolle von Geistlichen in Palliativteams als unersetzlich. Seelsorge im Krankenhaus dient den Patienten, ihren Angehörigen und dem Personal. Momentan sind ungefähr 140 Kaplane aus zehn verschiedenen Kirchen in hundert tschechischen Krankenhäusern und Hospizen tätig. (©Gesundheitsministerium der Tschechischen Republik/Daniela Ženatá) (Quelle: www.e-bulletin.cz, 27. November 2019)

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