Bosnien-Herzegowina: Bischofskonferenz ruft zu Bemühungen für Gemeinwohl auf

Die römisch-katholischen Bischöfe von Bosnien-Herzegowina haben über das gesellschaftspolitische Engagement der Kirche beraten. An ihrer jüngsten Sitzung vom 5. bis 6. November nahmen sie die Situation nach den diesjährigen Wahlen in Bosnien-Herzegowina in den Blick und berieten darüber, wie sich die „Barrieren zwischen den politischen Vertretern der drei konstitutiven Völker und aller anderen in Bosnien-Herzegowina“ abwenden lassen, wie es in der Erklärung der Bischofskonferenz heißt.

Die Bischöfe rufen ihre Gemeindemitglieder sowie „alle Menschen guten Willens“ auf, gemeinsam für die Förderung des Gemeinwohls zu arbeiten. Von den gewählten Volksvertretern erwarten sie, dass sie sich „für das tatsächliche Wohl derer, die sie gewählt haben, aber auch aller Menschen“ einsetzen, und dass sie „solche Gesetze entwickeln, die die Gleichberechtigung der drei konstitutiven Völker und die Menschenrechte aller Bürger fördern werden“. Die Familie ermutigen sie besonders, „Orte der Erziehung und des Wachsens in wahren Werten“ zu sein.

In Bezug auf die Migration riefen die Bischöfe die Behörden auf, die „besten Lösungen“ für „das Wohl und die Sicherheit“ der Einheimischen zu finden, aber auch den Schutzbedürftigen zu helfen. Die Kirche sei bereit, ihren Beitrag dazu zu leisten. Zudem wiesen zum wiederholten Mal darauf hin, dass es nötig sei, ein „gerechtes Gesetz über die Restitution und Denationalisierung“ zu verabschieden. Dieses sollte die Rückgabe nach dem Zweiten Weltkrieg unrechtmäßig enteigneten Eigentums ermöglichen.

Auf das Problem der Abwanderung junger Kroatinnen und Kroaten angesprochen, erklärte Erzbischof Vinko Kardinal Puljić von Sarajevo, der Vorsitzende der Bischofskonferenz, die Kirche arbeite seelsorgerisch mit jungen Menschen. Sie könne diesen aber keine Arbeit versprechen, sondern lediglich ein positives Klima schaffen. Die Jugendpastoral sei so zu gestalten, dass die Jugend Verantwortung übernehme und sich einbringe.

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