Makedonien: Bartholomaios betont Zuständigkeit Konstantinopels in der makedonischen Kirchenfrage

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios hat den Schritt der Bulgarischen Orthodoxen Kirche, als „Mutterkirche“ der unkanonischen Makedonischen Orthodoxen Kirche zu fungieren, als nicht hilfreich bezeichnet. Gegenüber einer Gruppe von Professoren und Studierenden des Theologischen Seminars aus Skopje, die am 11. April den Phanar besuchten, sagte er: „Das Handeln der bulgarischen Schwesterkirche war falsch. Es hilft nicht und verkompliziert die Dinge. Die Mutterkirche aller Balkanvölker ist Konstantinopel.“

Bartholomaios betonte, dass einseitige Schritte einer orthodoxen Kirche nicht zu einer Lösung der makedonischen Kirchenfrage führen könnten, diese müsse vielmehr innerorthodox, etwa bei einem Treffen aller Oberhäupter der orthodoxen Lokalkirchen, diskutiert werden. Einen Tag vor der Begegnung mit den Seminaristen hatte Patriarch Bartholomaios den makedonischen Präsidenten Gjorge Ivanov empfangen. Über den Inhalt des Gesprächs wurde Stillschweigen bewahrt.

Die Makedonische Orthodoxe Kirche hatte sich 1967 einseitig für autokephal von der Serbischen Orthodoxen Kirche erklärt, weswegen sie bis heute von keiner kanonischen orthodoxen Kirche anerkannt wird. Ende November 2017 erklärte die Bulgarische Orthodoxe Kirche, als „Mutterkirche“ der Makedonischen Orthodoxen Kirche zu fungieren und sich für deren Anerkennung einzusetzen. Dieser Schritt stieß auf scharfe Proteste seitens der Serbischen und der Griechischen Orthodoxen Kirche.

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