Kosovo: Papst errichtet eigenständige Diözese im Kosovo

Der katholische Kirchenbezirk Prizren-Prishtina im Kosovo ist von Papst Franziskus zu einer eigenständigen Diözese erhoben worden. Das gab der Vatikan am 5. September 2018 bekannt. Die Verwaltungseinheit hatte zuvor den Rang einer Apostolischen Administratur und war im Jahr 2000 aus der politisch bedingten Teilung des Diözese Skopje-Prizren entstanden; Skopje ist seit 1991 Hauptstadt der Republik Makedonien ("Nord-Makedonien"), während Prizren und Prishtina sich auf dem Gebiet der Republik Kosovo befinden.

Zum Bischof der neuen Diözese, in der nach Kirchenangaben knapp 60'000 Katholiken leben, ernannte der Papst den 55-jährigen Dodë Gjergji. Er war als Apostolischer Administrator von Prizren schon bisher der höchste katholische Kirchenvertreter im Kosovo. Die neue Diözese trägt nun den Doppelnamen Prizren-Prishtina und bleibt direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt, teilte der Vatikan mit.

Die Diözesanerhebung erfolgte exakt am 21. Todestag von Mutter Teresa (1910-1997). In Pristina wird derzeit eine neue Kathedrale errichtet, die (zum Teil fertiggestellt) im Vorjahr der albanischstämmigen Heiligen geweiht wurde. Die "Mutter der Armen" hatte im rund 60 Kilometer von Prishtina entfernten Wallfahrtsort Letnica ihre Berufung zur Missionarin erfahren.

Der Heilige Stuhl hat den Kosovo, der 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärte, bislang nicht als Staat anerkannt. Die Diözesanerhebung von Prizren-Prishtina kommt zwei Monate nach einem offiziellen Besuch des vatikanischen Kardinalstaatssekretärs Pietro Parolin in Serbien. Parolin hatte dabei u.a. in Gesprächen mit der serbischen Staatsspitze für Dialog geworben, um eine von allen Parteien unterstützte "wirkliche Kompromisslösung" für den Kosovo zu finden. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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