Albanien: Islam-Beauftragte sprechen über Dialog mit Islam

Die Islam-Beauftragten der europäischen Bischofskonferenzen haben sich für einen vertieften Kontakt mit den muslimischen Glaubensgemeinschaften in Europa insbesondere auf spiritueller Ebene ausgesprochen. Bei ihrer fünften Begegnung in der nordalbanischen Stadt Shkodra vom 7. bis 9. Februar 2018 stand das Thema „Glaube und Spiritualität in den Beziehungen mit den Muslimen in Europa“ im Mittelpunkt.

Im Abschlusskommuniqué der vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) organisierten Tagung halten die Teilnehmer fest, dass die katholische Kirche bereits einen Dialog mit verschiedenen muslimischen Gemeinschaften unterhält. Dieser sei „keine Bestrebung, sondern eine tägliche Erfahrung, mit ihren Freuden und Herausforderungen“. Beim Erfahrungsaustausch habe sich herausgestellt, dass der „europäische Islam pluralistisch“ sei und deshalb eine „echte Herausforderung für die Christen“. Albanien diente den Teilnehmern als Beispiel für eine „fruchtbare Harmonie“ verschiedener Religionsgemeinschaften. Die gemeinsame Erfahrung des totalitären Regimes habe zu einer „Annäherung aller Gläubigen geführt, zu einem ausgeprägten Bewusstsein für Toleranz und Achtung den Andersgläubigen gegenüber“. Unter dem Eindruck dieser Realität sprachen sich die Delegierten für einen „Dialog der Spiritualität“ aus.

Eingeladen waren auch zwei Vertreter muslimischer Gemeinschaften in Albanien, ein Imam und das Oberrhaupt der albanischen Bektaschi-Gemeinschaft. In ihren Vorträgen erklärten sie, wie muslimische Gläubige ihre Beziehung zu Gott leben. Der Präsident des Päpstlichen Rats für den Interreligiösen Dialog, Kardinal Jean-Louis Tauran, rief in seiner Grußbotschaft Christen und Muslime dazu auf, „gegenseitige Achtung an den Tag zu legen, und beim Reden und Schreiben über die andere Religion Objektivität zu wahren und Wohlwollen, Mitgefühl und Barmherzigkeit zu zeigen“. Beide Seiten müssten sich anstrengen, „um der ‚Sprache des Hasses‘ entgegenzuwirken, die die Wurzel ist für gegenseitiges Misstrauen, Diskriminierung, Ausschluss, Ausgrenzung und Ressentiments.“

Angelo Massafra, der Erzbischof von Shkodra, wies daraufhin, dass die „Kenntnis des anderen grundlegend ist, wenn wir Vorurteile vermeiden wollen“. Schon 25 Jahre zuvor habe Papst Johannes Paul II. bei einer Rede auf dem Skanderbeg-Platz in Tirana betont, dass „Dialog und Zuhören das Geheimnis des wahren moralischen und zivilen Fortschritts“ seien. Eben diese „Kunst des Zuhörens und des Dialogs“ sei es, die „die religiösen Gemeinschaften Albaniens den anderen Religionsgemeinschaften in Europa anbieten können.“ (Mit Material von Kathpress)

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