Rumänien: Seligsprechung griechisch-katholischer Märtyrerbischöfe

Im Vorfeld des Papstbesuchs in Rumänien (31. Mai bis 2. Juni) hat der Vatikan am Dienstag bekanntgegeben, dass sieben Bischöfe der Verfolgungszeit 1948–1970 als Märtyrer selig geprochen werden. Die Dekrete betreffen Kardinal Iuliu Hossu und die griechisch-katholischen Bischöfe Valeriu Traian Frenţiu, Alexandru Rusu, Ioan Bălan, Ioan Suciu, Titu Liviu Chinezu und Vasile Aftenie. Ab 1949 wurden alle griechisch-katholischen Bischöfe für viele Jahre inhaftiert.

Kardinal Iuliu Hossu (1885–1970) hatte im politischen Kampf der Siebenbürger Rumänen gegen einen weiteren Verbleib bei Ungarn im Jahr 1918 eine wichtige Rolle gespielt. Nach 1945 wehrte sich Hossu entschieden gegen die Pläne der neuen kommunistischen Regierung, die auf die Trennung der rumänischen griechisch-katholischen Kirche von Rom abzielten. Hossu blieb jahrelang inhaftiert. Papst Paul VI. ernannte ihn im Konsistorium von 1969 „in pectore“ zum Kardinal.

Bischof Aftenie wurde am 10. Mai 1950 im Gefängnis des Innenministeriums erschossen, und auch die Bischöfe Suciu und Frentiu starben am 27. Juni 1953 bzw. am 11. Juli 1952 im Gefängnis. Bischof Rusu starb am 9. Mai 1963 in Haft in Gherla.

Bereits vor einem Jahr hatte es kirchlicherseits geheißen, ein Papstbesuch in Rumänien sei sehr wahrscheinlich. Anlass für die Papstreise solle – so Erzbischof Ioan Robu – die Seligsprechung von sieben griechisch-katholischen Märtyrerbischöfen sein, die während des kommunistischen Regimes starben.

1999 besuchte bereits Papst Johannes Paul II. Rumänien. Eine überwältigende Mehrheit von über 86 Prozent der Rumänen gehört der rumänisch-orthodoxen Kirche an. Katholiken und Protestanten bilden kleine Minderheiten mit jeweils rund fünf Prozent Bevölkerungsanteil. Der Anteil der mit Rom verbundenen griechisch-katholischen Kirche beträgt ca. drei Prozent.

Der Ursprung der griechisch-katholischen Kirche Rumäniens liegt im Jahr 1687, als Kaiser Leopold I. das Karpatenbecken dem Habsburgerreich einverleibte. Schon 1693 begannen Jesuiten unter den orthodoxen Christen zu missionieren. Ihre Bemühungen um die Menschen dort und vor allem wohl die politische Verweigerung der vollen Zivilrechte für Nichtkatholiken führten dazu, dass es am 4. September 1700 zur Union mit der katholischen Kirche kam. Kirchlich unterstand dieses Gebiet zuerst dem lateinischen Erzbischof von Esztergom, der zugleich auch Primas von Ungarn ist. Erst Papst Pius IX. stellte 1853 eine eigenständige Kirchenprovinz für die Rumänische Griechisch-Katholische Kirche her, die aus Făgăraș-Alba Iulia als Metropolitanbistum und drei Suffraganbistümern bestand.

Die rumänischen Unierten bildeten im 19. Jahrhundert bildungsmäßig die Elite innerhalb ihres Volkes, und sie waren generell prohabsburgisch. Nach Ende des Ersten Weltkriegs kam ihr Gebiet zu Rumänien, und 1948 etablierte sich der Kommunismus. Die unierte Kirche kam in arge Bedrängnis. So gaben am 1. Oktober 1948 sechs Priester auf Druck der Regierung die Lösung der Union mit Rom bekannt und führten am 21. Oktober die Vereinigung mit der Rumänischen Orthodoxen Kirche durch. Die Bischöfe und alle, die sich dieser Maßnahme nicht beugen wollten, wurden vom rumänischen Staat inhaftiert.

Nach dem Fall des Kommunismus zeigte sich, dass die Rumänische Griechisch-Katholische Kirche im Untergrund noch weitgehend funktioniert und auch Bischöfe geweiht hatte. So konnte Papst Johannes Paul II. am 14. März 1990 die Hierarchie der unierten Kirche wiederherstellen und ihre fünf Bistümer erneut besetzen.

Aktuell wird die Rumänische Griechisch-Katholische Kirche von Kardinal Lucian Mureşan, Großerzbischof von Făgăraș und Alba Iulia, geleitet. Er wurde am 16. Dezember 2005 von Papst Benedikt XVI. zum ersten Großerzbischof der Rumänischen Griechisch-Katholischen Kirche erhoben; 2012 erhielt er auch die Kardinalswürde. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

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