Griechenland: Verbot der Produktion von Druck-Ikonen am Athos

Die Regierung (Epistasia) der orthodoxen Mönchsrepublik am Athos in Nordgriechenland hat den Verkauf von nicht handgemalten Ikonen an Pilger und auswärtige kirchliche Einrichtungen verboten. Diese Imitationen wurden in jüngster Zeit technisch so perfekt hergestellt, dass nur Fachleute sie von Originalen unterscheiden konnten. Besucher des Hl. Bergs beklagten sich darüber, dass von ihnen „echte“ Ikonen zu recht hohen Preisen erworben worden seien, die sich im Nachhinein als Nachdrucke herausstellten.

Eigentlich ist es bis heute üblich, Ikonen am Athos nur auf gezielte Bestellung zu malen. Darauf spezialisiert sind seit Jahrhunderten regelrechte Malerdörfer und -Bruderschaften in den Steilwänden des Bergs wie Hagia Anna, Nea Skiti, Kavsokalyvia oder die Daniläer; das Malen einer am Athos bestellten Ikone kann Monate dauern. Daneben hatten die Athosmönche zur Zeit der Zaren ganz Russland mit billigen, meist einfarbigen Nachdrucken auf Papier statt Holz überschwemmt, die als solche sofort erkennbar waren.

Mit Belebung des Athos-Pilgertums aus Osteuropa seit der Wende von 1990 ist aber die Nachfrage nach fertigen Heiligenbildern gestiegen, die sofort mitgenommen werden können. So begannen die Malermönche damit, von den gängigsten Ikonentypen Abzüge herzustellen und ständig auf Lager zu haben. Viele Besucher waren sich aber nicht darüber im Klaren, dass es sich dabei nicht um handgemalte, sondern nur um so aussehende Bilder handelte. Den daraus resultierenden Missverständnissen und Meinungsverschiedenheiten soll jetzt das Verbot der Mönchsregierung entgegenwirken. (© 2016 KNA. Alle Rechte vorbehalten.)

Drucken