Republik Moldau: Kirche gedachte der Opfer der Stalin-Repression

Die Republik Moldau hat am 6. Juli 2018 einen "nationalen Trauertag" gefeiert, mit dem der Deportationen und Verfolgungen der stalinistischen Zeit gedacht wurde. Um 10 Uhr läuteten alle Glocken der orthodoxen Kirchen zehn Minuten lang, um an die Opfer  der Repressionen zu erinnern, zudem wurde in vielen Gotteshäusern auch ein Requiem zelebriert. Über 90'000 Personen wurden unter Stalin aus Moldawien deportiert, berichtete Valentina Sturza, Vorsitzende der Vereinigung der einstigen politischen Gefangenen, laut der Stiftung "Pro Oriente". Von den Opfern der Deportationswellen vom Juni 1941, Juli 1949 und April 1951 sind derzeit noch rund 8'000 am Leben.

Die Deportationen spiegeln die diffizile Geschichte des Landes: Nach mehr als hundertjähriger Zugehörigkeit zum Russischen Reich war die Moldau - damals unter dem Namen Bessarabien - im Zug der Revolutionswirren 1918 an das rumänische Königreich angeschlossen worden. Rund 20 Jahre später verlangte die sowjetische Regierung, die die Abtretung Bessarabiens nie akzeptiert hatte, Ende Juni 1940 die Rückgabe des Landstrichs zwischen Pruth und Dnjestr. Wenige Tage später rückte die Rote Armee kampflos in Bessarabien ein.

Schon ein Jahr später, im Juni 1941, beteiligte sich Rumänien am deutschen Angriff auf die Sowjetunion, Bessarabien wurde wieder rumänisch. Aber schon drei Jahre später, im Sommer 1944, erlangte die Rote Armee nach dem Königsputsch in Bukarest, der zur Absetzung des faschistischen "Conducators" Ion Antonescu führte, in Bessarabien wieder die Oberhand. Die Provinz wurde als "Sowjetrepublik Moldawien" Teil der Sowjetunion. Erst nach dem Zerfall der Union erlangte die Moldau die Unabhängigkeit. Viele Moldawier gerieten durch den häufigen Wechsel der staatlichen Zugehörigkeit in Loyalitätskonflikte und wurden Opfer der Machthaber. (Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, www.kathpress.at)

Drucken